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28.8.2008 : 5:57 : +0200
WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society gGmbH
Canada keep exploring
Willow Lane Ranch
Kanadanetpage: WDCS - Symbolische Patenschaft für einen Wal

Von einem der auszog, ein Haus zu bauen

Alle Jahre wieder besucht der Wiggerl den Hubl. Und dann plaudern sie über Kanada. Jenes Land, in dem sich Wiggerl irgendwann in weiter Zukunft auf den Basaltfelsen hoch über seinem Grundstück zum Sterben hinsetzen wird.

Dort wo sich Pelly- und <br>Yukon-River treffen, hat sich Luke seinen ganz persönlichen kanadischen Wunschtraum verwirklicht - sein eigenes Häuschen in Kanada.

Dort wo sich Pelly- und
Yukon-River treffen...

Doch bis es soweit war, musste sich Luke mit seinen indianischen Nachbarn arrangieren und lernen, im Einklang mit der Natur zu leben.FOTO: PRIVAT

... hat sich Luke seinen
Traum erfüllt

Von Roland Papenberg

 

„I bin dr Wiggerl!“ sagt er, drückt seinem Gegenüber die Hand nach Gutsherrenart, setzt sich auf die Holzbank hinter seinem Kaffeebecher und schweigt erst einmal. Wir sitzen in der großen Wohnküche seines Freundes Hubl in Konstanz. Alle Jahre wieder besucht der Wiggerl den Hubl in der ehemaligen französischen Cherisy-Kaserne. Und dann plaudern sie über Kanada. Jenes Land, in dem sich Wiggerl irgendwann in weiter Zukunft auf den Basaltfelsen hoch über seinem Grundstück zum Sterben hinsetzen wird.

Sein erstes Blutopfer hat er ja schon dargebracht – eben auf dem Basaltfelsen hoch über dem Yukon-River. Als irdischen Dank an irgend jemanden da oben, dass er trotz aller Widrigkeiten und Irritationen sein Häuschen auf seinem Land bauen konnte, ein Traum in Erfüllung gegangen ist. Davon erzählt Wiggerl bei Hubls starkem Kaffee. Wiggerl, der sich hinter seinem kanadischen Namen Luke wohler und vielleicht auch ein bischen geschützter fühlt. Den Spagat zwischen Alter und Neuer Welt schafft Luke einfacher als Wiggerl.

Und so hat er viel zu erzählen, der Luke – vom Landkauf in letzter Minute, dem Hausbau mit Hindernissen, Begegnungen mit zunächst einmal unfreundlich gesinnten Indianern und noch unfreundlicheren Bären, einem Waldbrand, dessen Flammen seinen Traum fast auffraßen. Ob und wie er letzteres verdaut hätte, kann er allenfalls erahnen. Aber man spürt heute noch, Jahre nach dem Brand, eine gewisse Anspannung, wenn Luke darüber spricht. Vielleicht ist es auch das Wissen, dass so etwas jederzeit wieder geschehen kann. Im Busch ist man den Launen und Gesetzmäßigkeiten der Natur ausgeliefert – und wenn man sich noch so sehr mit ihr zu arrangieren versucht.