Auf dem Weg zum Energieriesen im Osten
Wer von Energieressourcen in Kanada spricht, denkt wohl zu allererst an die Ölfelder Albertas. Das ist ja nicht falsch und der anhaltende Wirtschaftsboom dort bestätigt dies. Aber am anderen Ende Kanadas, in der Provinz Neufundland und Labrador, existiert ein Energiepotential, das Bedeutung für den gesamten nordamerikanischen Markt hat.
Dieses Potential liegt nicht nur in der Nutzung fossiler Brennstoffe, sondern auch und gerade bei den erneuerbaren Energien. Vor allem letztere spielen in der Zukunft eine immer größere Rolle, geht es doch gerade bei der Energiegewinnung auch darum, den Ausstoß von CO2 zu verringern und damit den Treibhauseffekt in der Atmosphäre einzudämmen.
Die Provinz arbeitet an einem strategischen Plan, der über das Jahr 2020 hinaus geht und alle Ressourcen, sowohl erneuerbare Energieformen als auch fossile Brennstoffe berücksichtigt. „In einer Welt, die nach Energie hungert, ist Neufundland und Labrador perfekt positioniert, um als Energielieferant eine wichtige Rolle zu spielen und dies mit den verschiedensten Produkten und Dienstleistungen auf diesem Sektor,“ so Premierminister Danny Williams.
Er zielt damit vor allem auf den nordamerikanischen Markt und widerspricht gleichzeitig einem Bericht der Zentralregierung in Ottawa. Darin werde seiner Meinung nach ein viel zu pessimistisches Bild vom Verbrauch und der Erzeugung von Energie bis 2020 gezeichnet und es werden einige der wichtigsten Projekte in der Provinz nur ungenügend bzw. gar nicht berücksichtigt.
Dabei bezieht sich Williams auf den geplanten Staudamm, der das bereits bestehende Wasserkraftwerk bei den Churchill Falls ergänzen soll. Bis 2008 soll das Lower-Churchill-Projekt Gestalt annehmen und mit einer Kapazität von 2264 Megawatt in der Lage sein, 1,5 Millionen Haushalte zu versorgen. Mit diesem gewaltigen Kraftwerk, gespeist aus unbegrenzt vorhandener Wasserenergie, wird auch der Anspruch, saubere Energie zu erzeugen, gewahrt. Von diesem Projekt sei in dem Bericht der Zentralregierung an keiner Stelle die Rede.






