Das passt nicht: Off-Road-Fans und Grizzlys
Die Off-Road-Fans, Jäger und Angler in Alberta sind sauer und befürchten gar schlimmes. An den östlichen Ausläufern der Rocky Mountains soll der Zugang für motorisierte Besucher reduziert oder sogar gesperrt werden, um die Grizzly-Bären der Provinz zu schützen.
Laut neuesten behördlichen Schätzungen leben heute weniger als 500 der braunen Riesen im Herzen des Bärenlandes der Rockies; von einstmals mehreren tausend. Kritiker der geplanten Zugangsbeschränkungen bezweifeln diese Zahl allerdings. Der Präsident der Off Highway Vehicle Association von Alberta fordert eine Überprüfung der Statistiken.
Die Allrad- und ATV-Freunde erhoffen sich Unterstützung aus der Politik. Eine vage Hoffnung, denn der verantwortliche Landesminister Ted Morton hat seine Mitarbeiter bereits vor einiger Zeit in Gang gesetzt. Sie sollen die Möglichkeiten überprüfen, wie man den motorisierten Verkehr im Grizzly-Revier beschränken kann.
Allerdings weiß auch Morton um die große Lobby der Off-Road-Fans. Deshalb ließ er vor wenigen Tagen seinen Sprecher zuerst einmal zurück rudern, die Wogen glätten. Es sei noch zu früh, um über die Limitierung von ATVs und Schneemobilen zu sprechen. Außerdem würde man im Ministerium die Interessen und Befürchtungen der Off-Roader durchaus verstehen.
Die scheint das aber nicht sehr zu beruhigen. Erwähnte Alberta Vehicle Association warnte die Behörden schon einmal vor dem Ärger, den hunderttausende Off-Road-Fans machen würden, sollte es zu Reglementierungen kommen.
Unter den 16 000 Mitgliedern der Alberta Fish- and Game Association ist die Meinung geteilt. Die Kritiker der Beschränkung zweifeln die niedrige Zahl von im betroffenen Gebiet lebenden Grizzlys an. Viele Mitglieder glauben wegen eigener Sichtungen und Begegnungen mit dem Bären, dass es noch genug davon gebe und eine Beschränkung des Verkehrs unnötig sei. Natürlich wolle die Association, dass sich die Grizzly-Population erhole – wenn tatsächlich die Notwendigkeit bestehe.






