"Day of action" der Natives ging friedlich zu Ende
Beim “day of action” der kanadischen Ureinwohner am Freitag gab es keine gewaltsamen Auseinandersetzungen. Zwar machten Native-Gruppen überall im Land mit Demonstrationen und kleineren Aktionen auf die Armut, gesundheitliche und soziale Probleme in und außerhalb von Reservaten aufmerksam, doch es blieb bei friedlichen Protesten. Die Hauptkundgebung fand in Ottawa statt. Rund 1000 Menschen folgten einem Zeremonien-Trommler durch die Hauptstadt zu einer Insel im Ottawa River.
Viele der Demonstranten in Ottawa, darunter auch die Politiker Stephane Dion (Liberale) und Jack Layton (New Democrats), trugen Plakate mit der Aufschrift „Make First Nations Poverty History“. Demonstrationszüge gab es auch in Vancouver, Toronto und anderen Gemeinden. Phil Fontaine, Führer der Vereinigung der First Nations, sagte in Ottawa: „Unser Volk möchte mit Würde und Respekt behandelt werden.“
Die einzige Ausnahme vom friedlichen Protest gab es im östlichen Ontario. Dort legten Demonstranten die wichtige Eisenbahnlinie zwischen Toronto und Montreal still und die Polizei sperrte aus Sicherheitsgründen den wichtigsten kanadischen Highway 401 für mehrere Stunden. Die Organisatoren des Aktionstages hatten immer wieder dazu aufgefordert, auf Blockaden zu verzichten.
Der Führer der Blockierer, Shawn Brant, begründete die Barrikaden und Lagerfeuer entlang der Eisenbahnlinie: „In der Regierung hat uns noch nie jemand zugehört, die kanadische Öffentlichkeit hat uns noch nie verstanden. Doch jetzt scheint das der Fall zu sein.“ Deshalb werde man diese Kampagne weiterführen, „wenn es das ist, auf was die Leute reagieren“, sagte Brant der Nachrichtenagentur Reuters.
Wäre es nach dem Willen der Eisenbahngesellschaft CN Rail gegangen, hätte es gewaltsame Ausschreitungen gegeben. CN Rail hatte sich am Freitag einen Gerichtsbeschluss besorgt, nach dem die Demonstranten ihre Blockade hätten entfernen müssen. Doch die Polizei vor Ort griff nicht ein, wie sich CN Rail beklagte.






