Von Jamaika in den kanadischen Weinberg
Im malerischen Mount Newton Tal auf Vancouver Island weht der Geist der verstorbenen Reggae-Legende Bob Marley. Vor knapp 30 Jahren wanderte die Familie von Mark Marley, ein Neffe von Bob Marley, von Jamaika nach Kanada aus. Und bald wuchsen in der neuen Heimat der Marleys Pinot Grigio oder Raspberry-Wein zu Reggae-Klängen heran. Die Marley Farm Winery ist ein ganz außergewöhnliches Reiseziel in British Columbia.
Nicht nur im alten Europa, auch in Kanada vermitteln die meisten Weingüter einen traditionellen Eindruck – hier wird die Handwerkskunst des Weinbaus zelebriert, der Traube an sich gehuldigt. Ziel der meisten Winzer ist die Schaffung eines nahezu perfekten Tropfens. Und dies ist einigen kanadischen Winzern in den letzten Jahren auch auf internationalem Parkett durchaus gelungen.
Auf der Marley Farm Winery an der Newton Cross Road in Saanichton, etwa eine halbe Stunde nördlich von Victoria, läuft das alles ganz anders, fernab jeglicher Tradition. Doch bevor das Weingut auf ein bisschen werbewirksames „Rasta“-Image getrimmt wurde, dachten die Marleys zuerst ebenfalls in konventionellen Bahnen. „Alles war sehr traditionell ausgelegt“, erinnert sich Danielle Marley. Carriage Hill Estate Winery sollte das Kind ursprünglich heißen.
Doch dann fiel irgendjemandem ein, dass es geradezu fahrlässig wäre, die Verwandtschaft zu Bob Marley und damit den berühmten Namen nicht für Werbezwecke zu benutzen. Und so entstand 2003 die Marley Farm Winery. Die Marleys sind allerdings schon länger auf Vancouver Island.
1975 wanderten die Eltern von Mark Marley, der heute mit seiner Frau Danielle das Gut leitet, von Jamaika nach Kanada aus. 1995 kauften die Marleys eine 19 Hektar große Farm auf der Saanich Peninsula. Neben zwei Hektar Weinreben gibt es noch genügend Platz für Schafe, Enten, Hühner, Truthähne, Gänse und Pferde. Ungewöhnlich genug für ein Weingut.






