Caribou - eine magische Platte nach der anderen
Man lege bitte dieses Album – „Andorra“ von Caribou (City Slang, Berlin) - in den CD Player. Play Taste. Lautstärke hoch. Bum. Glockenspiel. Ein gar märchenhafter Sound erklingt. Eines Engels Stimme. Berückende Musik, die sofort die Synapsen ansteuert. Wonne. Trotzdem Deepness.
Wen das nicht sofort kriegt, der braucht eigentlich gar nicht weiterlesen. Musik wie aus einem Traum... und im Verlauf der CD sogar noch steigerungsfähig. Dann die erste Unglaublichkeit: das alles, dieser ganze Wirbelwind aus unzähligen Keyboards, Gitarren, Drums, Bässen, Flöten, Glocken, all das hat einer alleine in seinem Heimstudio völlig ohne Mitspieler aufgenommen. Komplett!
Die zweite Unglaublichkeit ist völlig anders gelagert, aber leider sehr traurig. Es erscheint tatsächlich unfassbar. Und es kann auch wirklich nur in diesem unserem Lande passieren, bzw. nicht passieren. Armes Deutschland! Da gibt es diesen Kanadier namens Dan Snaith. Dieser Kerl macht seit 2000 Musik, zunächst unter dem Namen Manitoba, dann, nachdem man ihm tatsächlich eine Horde Anwälte auf den Hals geschickt hat, musste er den Namen ändern zu Caribou.
Dan Snaith also ist seit einigen Jahren musikalisch unter diesen Pseudonymen unterwegs, macht eine magische Platte nach der anderen, steigert sich mit jeder Veröffentlichung, nennt eine der besten Live Bands, die man sich geben kann sein eigen, spielt gefeierte Konzerte auf der ganzen Welt.
Und wer nimmt davon Notiz hier? Im schönen Land des Grand Prix der Volksmusik, im Land von Reamonn und Herbert Grönemeyer? Keiner. Niemand. Nix. Das letzte Album „The Milk Of Human Kindness“ erschien 2005 (im gleichen Jahr machte Dan seine Doktor der Mathematik am Londoner Imperial College) und die Band spielte unzählige Konzerte in Europa.






