"Stars" - ganz großen Pop nennen wir das!
Ein schöneres Wiederhören hätte es kaum werden können. Die fünfköpfige Band „Stars“ aus Montreal sind seit einigen Tagen auf Deutschland-Tournee. Gerade rechtzeitig zur Veröffentlichung ihres neuen Albums „In our bedroom after the war“. Der Kritiker der „Welt“ schrieb: „Das neue, bereits zurecht hymnisch gelobte Album der Stars. Ganz großer Pop.“ Da het der Mann recht, wie man schon beim ersten Album „Set yourself on fire“ hören konnte.
Die „Stars“ sind die merkwürdige Speerspitze eines eiligst ausgerufenen medialen Kanada-Hypes. Wie alle Hypes, kurzlebig und eine wenig gekünstelt. Was ist schon das Besondere daran, dass innerhalb kürzester Zeit ein paar gute Bands aus einem Land, vierzigmal so groß wie das Vereinigte Königreich, kommen?
Kanada hat seit Jahrzehnten eine gut funktionierende lokale Musikszene, der lediglich der wichtige unique selling point fehlte. In den letzten Jahren hat sich das nun geändert und deshalb freut man sich darüber, dass Perlen wie die „Stars“ nun auch den Weg über die Niagara Fälle schaffen, um zu berichten, dass die menschlichen Abgründe in Kanada scheinbar noch tiefer, noch dunkler und unergründlicher sind.
Fast ein Jahr haben sie an ihrem neuen Album gearbeitet. Musikalisch die Fortsetzung des letzten, gefeierten Albums „Set Yourself On Fire“ ist „In Our Bedroom After The War“ jedoch nicht einfach ein weiteres geschmackvolles Indiepop Album. Das Indie ist eh irgendwo auf der Reise nach Vancouver auf der langen Strecke geblieben. Pop, in seiner schönsten, pompösesten und reinsten Form.
Diese kanadische Spielart britischer Poptradition ist nicht wirklich neu bei den „Stars“. Man mag vielerlei Einflüsse heraushören, von der Insel stammen sie allemal. Doch was Torquil Campbell, Amy Millan, Chris Seligman, Evan Cranley und Paddy McGee da neu erörtern sucht schon seinesgleichen.






