Winterolympiade Vancouver verletzt indigene Rechte
Die Olympischen Winterspiele Vancouver finden auf indianischem Land statt, das niemals an Kanada abgetreten wurde. Kanada und das Internationale Olympische Komitee, so Menschenrechtsgruppen, hätten sich über die Landrechtsfrage hinweggesetzt und zu keinem Zeitpunkt die betroffenen indigenen Nationen konsultiert, geschweige denn deren Zustimmung eingeholt. Die Durchführung der Olympischen Spiele verletze die Rechte der Indigenen.
Kanada schmückt sich jedoch für das Mega-Event mit indianischen Federn und überzeugte sogar vier indianische Nationen, als „Gastgeber“ während der Spiele aufzutreten. Ein indigener Pavillon soll dem Spektakel einen zusätzlichen Farbtupfer verleihen.
Während Kanada den Geist von kultureller Vielfalt und Toleranz beschwört, weigert sich die Regierung unter Stephen Harper allerdings gleichzeitig weiterhin, die indigenen Rechte anzuerkennen und die UN Deklaration der Rechte der Indigenen Völker von 2007 – eine internationale Vereinbarung – zu unterzeichnen.
Längst geht es bei den Olympischen Spielen nicht mehr um den Gedanken der Völkerverständigung,
sondern um Wirtschaftsinteressen. Laut Prognosen werden die Spiele bis zu zehn Milliarden Dollar verschlingen, während sich die soziale Lage der Indigenen weiter verschärft. In den Reservaten fehlt es an angemessenen Wohnverhältnissen, Kanalisation, Strom oder Trinkwasser. Die Lage in den Städten ist nicht weniger katastrophal, die Indigenen werden diskriminiert und marginalisiert.
Von Nachhaltigkeit – einem der IOK-Prinzipien – kann keine Rede sein. Durch die Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld Vancouvers wurden Häuser abgerissen, unerschwingliche Neubauten errichtet und die ärmeren Bewohner vertrieben. Seit der Vergabe der Spiele 2003 sind bereits 850 günstige Wohneinheiten verschwunden und die Obdachlosigkeit in Vancouver hat sich verdreifacht. Der indigene Protest wird unterdessen diskriminiert und kriminalisiert.
Massive Polizeipräsenz soll für einen reibungslosen Ablauf der Spiele sorgen. Bürgerrechtsorganisation klagen inzwischen über massive Eingriffe in die Bürgerrechte, z. B. Demonstrationsfreiheit. Bereits im Vorfeld der Spiele kam es zu Polizeiübergriffen bei Kundgebungen und Demonstrationen. Schon ein T-Shirt mit Anti- Olympics- Aussagen kann zu verschärfter Überwachung oder gar Verhaftung führen.
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