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9.2.2012 : 21:46 : +0100
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Der Hausbau (2): Kettensägen-Fan und ein flood plan

Wer Pech hat gerät an einen viel zu teuren Kettensägenfan, der gnadenlos alles niederwalzt, ohne jegliches Gespür für wertvolle Bäume und Sträucher. Da werden Eichen, Ahorn, Zedern oder Buchen einfach umgehauen. Die zersägten Baumklötze liegen dann unzerkleinert im Wald – es sieht schlichtweg aus wie auf einem Panzerübungsplatz.

Nicht immer schön, <br>aber es muss sein.

Nicht immer schön,
aber es muss sein.

Viele Bäume müssen weichen<br>für den Hausbau.

Viele Bäume müssen weichen
für den Hausbau.

Nun war also schon ein Stück Weg gegangen – dachte sich Gotthilf in seiner naiven deutschen Art. Dabei sollte die eigentliche Arbeit erst noch kommen. Denn das aussuchen eines Häuschens von der Stange ist wirklich nichts Besonderes. Jetzt ging es ans Eingemachte, nun fand der direkte Kontakt mit kanadischen Handwerkern statt. Und die arbeiten nun einmal so ganz anders wie in Deutschland. Aber der Reihe nach.

Wenn das Grundstück ordnungsgemäß und offiziell vermessen ist (das machen Landvermesser, die meistens in der nächst größeren Stadt zu finden sind) schlägt die Stunde des Waldarbeiters, denn schließlich muss der Platz für Haus und Terrasse ausgeholzt werden. Und hier heißt es aufgepasst: Waldarbeiter sind auch in Kanada teuer, wenngleich sie im Vergleich zu Deutschland gerade einmal die Hälfte kosten. Aber es gibt solche und solche.

Wer Pech hat gerät an einen viel zu teuren Kettensägenfan, der gnadenlos alles niederwalzt, ohne jegliches Gespür für wertvolle Bäume und Sträucher. Da werden Eichen, Ahorn, Zedern oder Buchen einfach umgehauen. Die zersägten Baumklötze liegen dann unzerkleinert im Wald – es sieht schlichtweg aus wie auf einem Panzerübungsplatz.

Gotthilf landete mit Frank (die einheimischen nannten ihn „Nigger“, wegen seiner für kanadische Verhältnisse doch recht dunklen Hautfarbe) einen Volltreffer. Er fällte Bäume sehr umsichtig, spaltete und stapelte das Holz, dünnte den Rest des Waldes nach ökologischen Gesichtspunkten aus, legte sogar einen kleinen Zugang zum Fluss an. Und zu guter letzt verbrannte er das nicht zu gebrauchende Holz (junk wood) gleich an Ort und Stelle.


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