Skandalbischof ist an Herzversagen gestorben
Er war einer der skandalumwittertsten Kirchenmänner Kanadas – Bischof Hubert Patrick O’Connor. Der wegen mehrerer sexueller Vergehen verurteilte Monsignore starb, wie jetzt bekannt wurde, im Alter von 79 Jahren an Herzversagen in Toronto.
Erstmals landesweites Aufsehen erregte der Bischof 1991. Damals trat er als Bischof der Diözese Prince George (British Columbia) zurück. Er war schwerer sexueller Vergehen angeklagt. Erst 1996 dann sprach ihn ein Gericht schuldig, in den 60er Jahren zwei Ureinwohnerinnen sexuell belästigt und auch vergewaltigt zu haben.
Während der langen Gerichtsverhandlung kamen sehr intime Details der bischöflichen Übergriffe zur Sprache, die von den Medien breit getreten wurden. Doch immer wieder beteuerte O’Connor seine Unschuld – das, was ihm vorgeworfen werde, sei immer in gegenseitigem Einverständnis mit den Frauen geschehen. Der Bischof gab auch zu, Vater eines Kindes gewesen zu sein, das dann zur Adoption freigegeben wurde.
Das Gericht sah die sexuellen Übergriffe als erwiesen an und verurteilte den Bischof zu zwei jahren Gefängnis. Nach sechs Monaten wurde Hubert O’Connor wieder auf Bewährung entlassen. Dies sollte der Beginn einer schrittweisen Reinwaschung sein.
Zuerst sprach ihn ein Berufungsgericht von der Anklage einer sexuellen Belästigung frei. Dann wurde die Verurteilung wegen einer Vergewaltigung aufgehoben. Und schließlich erklärte sich die Staatsanwaltschaft bereit, die Vergewaltigungsklage ganz fallen zu lassen, nachdeem sich der Bischof bei seinem Opfer entschuldigt hatte.
Monsignore O’Connor wurde 1928 in Huntingdon, Quebec, geboren. 1955 erfolgte die Priesterweihe als Oblat der makellosen Jungfrau Maria. 1971 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Bischof von Whitehorse (Yukon Territory). 1986 dann die Beförderung zum Bischof von Prince George, British Columbia.
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