Sie sind hier: KanadaNetpage
DeutschEnglishFrancais
11.3.2010 : 17:11 : +0100
WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society gGmbH
Canada keep exploring
Willow Lane Ranch
Kanadanetpage unterstützt WCDS

Winterolympiade Vancouver verletzt indigene Rechte

Die Olympischen Winterspiele Vancouver finden auf indianischem Land statt, das niemals an Kanada abgetreten wurde. Kanada und das Internationale Olympische Komitee, so Menschenrechtsgruppen, hätten sich über die Landrechtsfrage hinweggesetzt und zu keinem Zeitpunkt die betroffenen indigenen Nationen konsultiert, geschweige denn deren Zustimmung eingeholt. Die Durchführung der Olympischen Spiele verletze die Rechte der Indigenen.

Anti Olympia-Kunst von
Ange Sterrit, Gitxsan Nation.

Kanada schmückt sich jedoch für das Mega-Event mit indianischen Federn und überzeugte sogar vier indianische Nationen, als „Gastgeber“ während der Spiele aufzutreten. Ein indigener Pavillon soll dem Spektakel einen zusätzlichen Farbtupfer verleihen.

Während Kanada den Geist von kultureller Vielfalt und Toleranz beschwört, weigert sich die Regierung unter Stephen Harper allerdings gleichzeitig weiterhin, die indigenen Rechte anzuerkennen und die UN Deklaration der Rechte der Indigenen Völker von 2007 – eine internationale Vereinbarung – zu unterzeichnen.

Längst geht es bei den Olympischen Spielen nicht mehr um den Gedanken der Völkerverständigung,

sondern um Wirtschaftsinteressen. Laut Prognosen werden die Spiele bis zu zehn Milliarden Dollar verschlingen, während sich die soziale Lage der Indigenen weiter verschärft. In den Reservaten fehlt es an angemessenen Wohnverhältnissen, Kanalisation, Strom oder Trinkwasser. Die Lage in den Städten ist nicht weniger katastrophal, die Indigenen werden diskriminiert und marginalisiert.

Von Nachhaltigkeit – einem der IOK-Prinzipien – kann keine Rede sein. Durch die Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld Vancouvers wurden Häuser abgerissen, unerschwingliche Neubauten errichtet und die ärmeren Bewohner vertrieben. Seit der Vergabe der Spiele 2003 sind bereits 850 günstige Wohneinheiten verschwunden und die Obdachlosigkeit in Vancouver hat sich verdreifacht. Der indigene Protest wird unterdessen diskriminiert und kriminalisiert.

Massive Polizeipräsenz soll für einen reibungslosen Ablauf der Spiele sorgen. Bürgerrechtsorganisation klagen inzwischen über massive Eingriffe in die Bürgerrechte, z. B. Demonstrationsfreiheit. Bereits im Vorfeld der Spiele kam es zu Polizeiübergriffen bei Kundgebungen und Demonstrationen. Schon ein T-Shirt mit Anti- Olympics- Aussagen kann zu verschärfter Überwachung oder gar Verhaftung führen.


Weitere Beiträge...

Sonntag 07. März 2010
Vorbereitung auf G8

Im April dieses Jahres werden die Entwicklungsminister der G8-Staaten in Halifax zusammenkommen, um den G8-Gipfel, der im Sommer in Kanada stattfinden wird, vorzubereiten. Die Entwicklungsminister werden sich vor allem mit dem...

Sonntag 07. März 2010
Studieren auf Segelschiff

Zwei Mal im Jahr sticht von Nova Scotia in Kanada ein Segelschiff in See, das je 48 Schüler weiterführender Schulen in Länder wie Brasilien, Argentinien, die Bermudas, Südafrika oder in die Dominikanische Republik führt. Ein...

Sonntag 07. März 2010
Wasserflugzeug ahoi!

Schon Reinhard Mey besang die grenzenlose Freiheit über den Wolken. Alles andere als nichtig und klein präsentiert sich in British Columbia das, was Passagiere unter den Wolken zu sehen bekommen: versteckt gelegene, grün...

Donnerstag 04. März 2010
Geld für Haiti

Kanada wird Haiti dabei unterstützen, ein provisorisches Quartier für die Regierung des Landes in Port-au-Prince zu errichten. Bis zu einem Jahr sollen die wichtigsten Ministerien in dem neuen Quartier unterkommen und von hier...

Donnerstag 04. März 2010
Weltkriegsveteran tot

In Kanada ist der letzte Veteran des 1. Weltkrieges, John Babcock, im Alter von 109 Jahren gestorben. Babcock hatte sich als 15-Jähriger freiwillig zum Krieg gemeldet, jedoch das große Glück gehabt, als Minderjähriger nicht an...