Ein Außenseiter ohne Mountie-"Stallgeruch"
Nach dem jüngsten Untersuchungsbericht, der den inneren Zerfall der Mounties dokumentierte, scheint man nun in Ottawa die Nase von all den großen und kleinen Skandalen voll zu haben. Deshalb soll ein Mann von außen, militärischen Kadavergehorsam und unseligen Corpsgeist, der sogar kriminelle Handlungen deckte, wieder auf ein verlässliches Normalmaß zurückschrauben – kurzum, die althergebrachten Strukturen der RCMP sollen aufgebrochen werden.
William Elliott wird sich das Angebot gut überlegt haben. Denn viel mehr undankbarere Jobs gibt es in Kanada zurzeit nicht, als dass man die überwiegende Mehrzahl von 24 000 Mounties gegen sich hat.
Da übernimmt ein Zivilist, ein Bürokrat, die Führung einer paramilitärisch organisierten Polizeitruppe, die nur einen Anführer mit strengem Stallgeruch akzeptiert, der selbst schon einmal in Mountiestiefeln steckte. Konflikte sind natürlich vorprogrammiert, aber dennoch war die Berufung dieses Außenseiters überfällig. Und sie ist ein deutliches Signal.
Nach dem jüngsten Untersuchungsbericht, der den inneren Zerfall der Mounties dokumentierte, scheint man nun in Ottawa die Nase von all den großen und kleinen Skandalen voll zu haben. Deshalb soll ein Mann von außen, militärischen Kadavergehorsam und unseligen Corpsgeist, der sogar kriminelle Handlungen deckte, wieder auf ein verlässliches Normalmaß zurückschrauben – kurzum, die althergebrachten Strukturen der RCMP sollen aufgebrochen werden.
Die Mounties haben sich das selbst zuzuschreiben. Ihre Führung hatte den richtigen Zeitpunkt verpasst, sich lange hartnäckig geweigert, zu erkennen, dass diese Art hierarchischer Kommandostrukturen längst überholt ist.
Und das schlimmste, was einer Polizeitruppe passieren kann – große Teile der Bevölkerung und der Politik hielten die RCMP nicht mehr für zuverlässig. Konnte man im Ernstfall noch auf die Mounties zählen? William Elliott muss also nicht nur neue interne Strukturen schaffen, sondern auch gleich noch ein neues Image.
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