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Paul Bley: einer der ganz großen Jazzpianisten

„Improvisation“, so meinte der kanadische Jazz-Pianist Paul Bley einmal, „ist Nahrung für das Hirn der Hörer.“ Und von dieser gibt es auf „Solo in Mondsee“, dem neuen Album des Pianisten, jede Menge. Bley, der dieses Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, versorgt Jazzfrerunde nun schon seit einem halben Jahrhundert mit ebenso auf- wie anregenden Improvisationen, die er aus einem schier unerschöpflichen Ideenfundus zu zaubern scheint.

„Er ist ein Genie“, urteilte der bekannte Kritiker Nat Hentoff in der „Village Voice“. Es gebe nur wenige Pianisten, ganz gleich welchen Genres, „die auf solch faszinierende Weise überraschende Schönheit und überraschenden Intellekt miteinander verweben.“ Das Branchenblatt „Melody Maker“ bezeichnete Paul Bley einst als das „leise Genius des Free Jazz“. Die zehn Mondsee-Variationen geben davon wieder einmal sehr beredt Zeugnis.

Am 10. November 2007 wird der in Montréal geborene Pianist seinen 75. Geburtstag feiern. Rechtzeitig vor diesem Jubiläum veröffentlicht das Label ECM nun „Solo in Mondsee“, Paul Bleys erstes Piano-Soloalbum bei ECM in 35 Jahren. Das letzte war 1972 das längst als Klassiker geltende Album „Open, To Love“. In der zwischen diesen beiden Alben verstrichenen Zeit erspielte sich der in Pianist weltweit einen Ruf als einer der ganz großen Meister der Soloimprovisation.

Zum Solospiel stiftete den Pianisten, wie er in einem Buch verrät, der Produzent Manfred Eicher an: „Bevor Manfred mich damals anrief und fragte 'Möchtest du ein Soloalbum machen?', hatte ich mich mit diesem Gedanken noch nie auseinandergesetzt. Das zeigt, wie lange das schon her ist. Der Anruf von ECM erreichte mich in einer Zeit, als ich versuchte, der langsamste Pianist der Welt zu sein, was wiederum mit dem Werk zu tun hatte, mit dem ich damals gerade meine elektronische Phase beendet hatte: Eines der Dinge, die ich an der Elektronik mochte, war, dass sie einem die Möglichkeit gab, Töne lange zu halten. Bei meiner Rückkehr zur akustischen Musik wollte ich auf dem Flügel dasselbe erreichen, was mir zuvor mit Hilfe der Elektronik gelungen war.“


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