British Columbia und seine Ureinwohner
British-Columbia nimmt innerhalb Kanadas eine besondere historische Rolle ein, da die heutige Provinz erst spät kolonialisiert wurde. Die Spuren sind jedoch noch heute deutlich zu erkennen, selbst der Name der Stadt Vancouver geht auf einen britischen Marineoffizier – Captain George Vancouver – zurück.
Im Gegensatz zu den östlicheren Provinzen, in denen die Kolonialherren Verträge mit den First Nations schlossen, gab es mit den rund 40 indigenen Nationen Ende des 18. Jahrhunderts kaum Verträge. Das Land der Indigenen wurde weder durch „Entdeckung“ noch durch Eroberung für die britische Krone gewonnen, sondern durch schleichende Okkupation.
Die Zahl der Indigenen zum Zeitpunkt des ersten Kontakts mit den Weißen wird auf bis zu 250.000 geschätzt. Nach nur einem Jahrhundert waren die Indigenen auf ein Zehntel dezimiert – durch koloniale Gewalt, aber auch durch Seuchen und Krankheiten, welche die Weißen einschleppten. Die Gier nach dem Reichtum der Küsten vor British Columbia, aber auch im Innern des Landes verdrängte die Indigenen.
Mit der Verwaltung des Landes wurde ausgerechnet die Hudson’ s Bay Company beauftragt – jene Handelsgesellschaft, die Handel mit den Indigenen so trieb, dass sie ein paar billige Glasperlen gegen kostbare Felle der Indianer eintauschte und massiv in die traditionellen Strukturen der indigenen Gesellschaften eingriff.
Der Vertreter der Handelsgesellschaft wurde 1849 zum ersten Gouverneur von Vancouver Island ernannt. Rasch errichtete die Hudson’ s Bay Company Handelsposten, aber auch befestigte Forts im ganzen Land und trieb die Indigenen immer weiter zurück.
Abgesehen von ein paar vereinzelten Verträgen in den 1850er Jahren unter James Douglas und dem Treaty 8 (die Verträge wurden einfach durchnumeriert) im Nordosten blieb das Land weiterhin indigenes Territorium, das die First Nations niemals abgetreten haben.
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