Vor 90 Jahren: die "handfeste" NHL-Gründung
Vor 90 Jahren wurde in Montreal die National Hockey League (NHL) gegründet. Dass die amerikanischen und kanadischen Eishockeyclubs diesen runden Geburtstag nicht mit entsprechend großem Brimborium feiern, mag zwei Gründe haben: zum einen steckt das Liga-Eishockey in Nordamerika (vor allem in den Vereinigten Staaten) in einer tiefen Krise. Und dann waren die Begleitumstände der Gründung doch recht unrühmlich.
Am 22. November 1917 trafen sich die Besitzer von vier kanadischen Eishockeyclubs im Hotel Windsor in Montreal. Seit 15 Jahren wurde in Kanada bereits Profihockey gespielt. Doch jetzt hatten sich die Clubbesitzer aus Montreal, Ottawa und Quebec mit dem Eigner aus Toronto zerstritten. Man wollte ihn schlichtweg ausbooten, was mit der Gründung einer eigenen Liga, ohne das Team aus Toronto, auch gelang – am 26. November 1917 war die National Hockey League NHL gegründet.
Damit hatten die Herren aus Eifersüchteleien und Eigennutz etwas auf den Weg gebracht, das 90 Jahre später immerhin rund 1,4 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaften sollte und den kanadischen Nationalsport bis tief in den Süden der USA brachte. Ironie des Schicksals: das damals ausgebootete (auch heute bei vielen kanadischen Hockeyfans immer noch unbeliebte) Toronto ist heute mit einem Wert von 413 Millionen Dollar Klassenprimus der NHL.
Als die neu gegründete Liga allerdings ihr erstes Spiel austragen wollte, war Torontos Boss Eddie Livingstone so sauer, dass er einen Trupp kräftiger Männer nach Montreal abordnete. Sie sollten das erste Spiel der Montreal Canadiens „verhindern“. Doch auch in Montreal hatte man stämmige Burschen angeheuert, die den Besuch aus Toronto wieder nachhause schickten. Nachdem die Fäuste gesprochen hatten, durften die Montreal Canadiens (bis heute übrigens der NHL-Rekordmeister) aufs Eis.






