Sie sind hier: Hintergrund
DeutschEnglishFrancais
9.2.2012 : 21:19 : +0100
West Canada Bike Tours
Reiseboerse Ehingen
WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society gGmbH
Kanadanetpage unterstützt WCDS

Lachse bedroht - die "Schweine des Meeres"

Die gigantischen Mengen an weltweit verkauftem atlantischen Lachs stammen nach Expertenschätzungen zu 98 Prozent von Zuchtlachs. Aquakultur heißt das Zauberwort, quasi Massentierhaltung im Wasser. Naturschutzorganisationen sprechen inzwischen von den Lachsen als den „Schweinen des Meeres“. Fazit: Existenz bedroht.

Von Roland Papenberg

 

Die Gastgeberin schiebt die große Holzplatte mit dem metallenen, silbrig glänzenden Fischkopf und –schwanz auf dem eingedeckten Tisch. „Heute gibt es etwas Besonderes – Wildlachs!“ Vor wenigen Jahren noch hätte sich die Familie das Flossentier mit dem rosafarbenen Fleisch nicht erlauben können. Eine teure Delikatesse war der Lachs einst.  Inzwischen ist auch der kanadische „Wildlachs“ eine zumeist billige und oftmals minderwertige Massenware.

Dass atlantischer Lachs (Salmo salar) immer öfter auf dem Speisezettel steht, hat seinen Grund: gefangener „wilder“ Lachs ist gesund – wenig gesättigte Fettsäuren, dafür ein hoher Anteil ungesättigter Fettsäuren wie „Omega-3-Fettsäuren“. Die extrem gestiegene Nachfrage nach diesem gesunden Lebensmittel kann schon lange nicht mehr mit wildem Lachs gedeckt werden.

Die gigantischen Mengen an weltweit verkauftem atlantischen Lachs stammen nach Expertenschätzungen zu 98 Prozent von Zuchtlachs. Aquakultur heißt das Zauberwort, quasi Massentierhaltung im Wasser. Naturschutzorganisationen sprechen in Anlehnung an die landwirtschaftliche Massentierhaltung inzwischen von den Lachsen bereits als den „Schweinen des Meeres“.

Die Lachse werden in freischwimmenden Käfigen zu Hunderttausenden gemästet. Da der Salmo salar sehr schnell Gewicht zulegt, ist er wirtschaftlich interessant und gehört deshalb zu den am meisten gezüchteten Fischen. Die weltweit größten Zuchtländer sind neben Kanada noch Norwegen, Schottland und Chile.

Was bei der Massentierhaltung in der Landwirtschaft gilt, ist auch in den Lachs-Zuchtfarmen längst Alltag. Um die auf engstem Raum nebeneinander lebenden Tiere vor Krankheiten zu schützen, werden sie mit Chemie behandelt: Antibiotika, Fungizide, Pestizide, Farbstoffe und die Junglachse erhalten zusätzlich Wachstumshormone.

Weitere Beiträge aus den Bereich Hintergrund

Donnerstag 01. Januar 1970
Wie schmeckt eigentlich Nova Scotia?

Ein Lobster-Tisch, wie man ihn vor allem in den Atlantikprovinzen Kanadas oft angeboten bekommt. Und das zu erschwinglichen Preisen. FOTO: NOVA SCOTIA TOURISM

„The Taste of Nova Scotia" heißt ein Qualitätssiegel, das die zahlreichen und vielfältigen kulinarischen Genüsse Nova Scotias hervorhebt. Das Symbol wurde 1989 gemeinsam vom Nova Scotia Department für Tourismus & Kultur, dem...

Donnerstag 01. Januar 1970
Lachse bedroht - die "Schweine des Meeres"

Die gigantischen Mengen an weltweit verkauftem atlantischen Lachs stammen nach Expertenschätzungen zu 98 Prozent von Zuchtlachs. Aquakultur heißt das Zauberwort, quasi Massentierhaltung im Wasser. Naturschutzorganisationen...

Donnerstag 01. Januar 1970
Margaret Atwoods aufwühlender Zukunftsroman

Die gegenwärtig bedeutendste Autorin Kanadas, Maragaret Atwood, die kürzlich mit dem „Großen Preis des Blue Metropolis International Literary Festival“ ausgezeichnet worden ist, hat einen aufwühlenden Zukunftsroman verfasst, der...

Donnerstag 01. Januar 1970
Steve Nash fördert junge kanadische Basketballspieler

Steve Nash, kanadische<br>Basketball-Legende.

Seit den sechs Jahren, in denen es die Steve Nash Jugend Basketball-Liga in British Columbia gibt, hat sich die Zahl der basketballbegeisterten Kinder zwischen fünf und 13 Jahren fast auf mehr als 9000 Kinder verdoppelt. Und...

Donnerstag 01. Januar 1970
Familiendrama aus dem rauen Norden Kanadas

Mary Lawson erzählt die tragische Geschichte einer kanadischen Familie – athmosphärisch dicht und voller Gefühl. Die Figuren sind perfekt gezeichnet, ihre Interaktionen psychologisch genauestens heraus gearbeitet. „Auf der...