Für eine Entwarnung ist es noch zu früh
Ein neuer Monat hat begonnen, doch die Probleme, die so manche Anleger zuletzt belasteten, dürften auch im Oktober Bestand haben. Dabei ist vor allem die US-Subprime-Krise zu nennen, die auch Auswirkungen auf den Nachbarn Kanada hat.
Zwar scheint es, als würden die Auswirkungen der US-Krise begrenzt bleiben – die amerikanischen Konjunkturdaten von Freitag deuten dies eindeutig an – andererseits ist es aber noch zu früh, um Entwarnung zu geben. Mit Bedenken erwarten einige Experten die Quartalsberichte der betroffenen Unternehmen im Verlauf des Monats ab. Erst dann wird man langsam die komplette Tragweite der Krise erkennen können.
Ohnehin werden in den nächsten Wochen die Vierteljahreszahlen der Konzerne die Blicke auf sich ziehen. Immerhin – und das ist erfreulich – blieben die befürchteten Gewinnwarnungen der Unternehmen zuletzt aus. Bleibt zu hoffen, dass es nicht bei den eigentlichen Zahlenwerken die bösen Überraschungen gibt.
Auf der anderen Seite versprechen die Notenbanken Spannung. In den USA halten die Spekulationen an, dass die Fed einmal mehr an der Zinsschraube nach unten drehen könnte. Etwas anders sieht es da schon im Euroraum aus. Hier ist man von einer Senkung der Leitzinsen weit entfernt. Es wäre schon ein Erfolg, wenn am Donnerstag keine weitere Zinsanhebung angekündigt werden würde.
Und in Japan ist es noch komplizierter: Hier wünschen sich sogar manche Investoren eine Zinsanhebung. Damit würde deutlich unter Beweis gestellt werden, dass der Optimismus bei den Währungshütern zurückgekehrt ist. Doch noch wehren sich die Verantwortlichen gegen diesen Schritt.
Die Notenbanker haben es in diesen Tagen ohnehin schwer: So müssen sie eine mögliche Rezession verhindern, auf der anderen Seite gibt es aber auch zunehmend Inflationsgefahr. Glaubt man dem Euro, so steht aber zumindest eins fest: Die Zinsspanne zwischen Euroland und den USA wird sich in absehbarer Zukunft nicht verringern. Dies deutet zumindest die jetzige Entwicklung eindrucksvoll an.





