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4.12.2008 : 4:38 : +0100
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Wo die Reichen und Schönen einst Urlaub machten

Edle Mahagoni-Boote fahren dem Sonnenuntergang entgegen. Große Motorboot-Yachten steuern den privaten Hafen an. Und schon von weitem grüßen große, für die Ewigkeit errichtete Steinhäuser den Besucher auf einem der Ausflugsschiffe. Eine Fahrt auf dem Sankt Lorenzstrom durch die Thousand Island-Region Ontarios wird zu einer Begegnung mit der amerikanisch-kanadischen Vergangenheit.

Das Boldt-Castle bei<br>den 1000 Islands.

Das Boldt-Castle bei
den 1000 Islands.

Im „Gilded Age“, wie es die Kanadier nennen, war 1000 Islands das bevorzugte sommerliche Reiseziel besonders vermögender Familien. Kurz „The River“ nannte man Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts diesen Teil des Sankt Lorenz mit seinen rund 1800 eng nebeneinander liegenden Inseln jeglicher Größe und Form. Wegen der Nähe zum US-Bundesstaat New York, waren es vor allem reiche Amerikaner, die nach Ontario rüber machten.

Viele von ihnen reisten mit dem Zug aus New York City an. Zu den Haus- und Grundstücksbesitzern gehörten zum Beispiel der Hotelier George Boldt (Hotel Waldorf); Frederick Bourne, Präsident der Singer-Nähmaschinenwerke; Andrew McNally vom Kartenverlag Rand McNally; George Pullman, „Erfinder“ der Pullman-Eisenbahnwaggons; Nathan und Isidor Strauss, Eigentümer von Macy’s.

Die Reichen und Schönen drückten der Region ihren Stempel auf. Singer und Boldt bauten regelrechte Schlösser mit unterirdischen Passagen und Wegen. Das Gebäude von Boldt, das heute noch zu sehen ist, wurde im Stil einer Sandburg errichtet, hatte sogar eine Zugbrücke.

Einige der Dollar-Millionäre aus New York verbrachten ihre Sommerferien auch noch zusätzlich an Bord ihrer Hausboote. Schwimmende Häuser, die bis zu 35 Meter lang sein konnten. Das Hausboot „La Duchesse“, 1904 für George Boldt gebaut, besaß zum Beispiel einen Speisesaal, drei Kamine und einen Flügel zur musikalischen Untermalung der Gesellschaften.