Zu Besuch in Kanadas Unterwelt
Von der Natur modelliert und von der Zeit festgehalten – so ließe sich leicht poetisch das bezeichnen, was doch recht prosaisch auf den Besucher in den Höhlen von Bonnechere zukommt. Die Bonnechere Caves in dem kleinen Städtchen Eganville gehören inzwischen zu den bedeutendsten touristischen Attraktionen in der Provinz Ontario; nicht nur für ausländische Besucher, sondern auch für Kanadier. Das ist schon einmal der erste Pluspunkt.
80 Autominuten westlich von Ottawa liegen diese Bonnechere Caves, die von Touristikern und Naturschützern gleichermaßen gepriesen werden und Jahr für Jahr auf der Liste der Top-Outdoor-Ziele in Kanada ganz weit oben rangieren. In diesem Fall ist es keine typisch nordamerikanische Übetreibung, wenn die Höhlenmenschen von Bonnechere mit dem Slogan „Ontarios Natural Underground Wonder“ werben.
Wer nun allerdings eine jener typischen austauschbaren Touristendestinationen erwartet, der wird angenehm überrascht sein. Die Inhaber, das Ehepaar Chris und Val Hinsperger (wie der Name verrät mit deutschen Vorfahren), haben das Umfeld der Höhlen ganz bewusst in natürlichem Rahmen gehalten, fernab touristischen Rummels. „Es geht hier ja um das, was in den Höhlen zu sehen ist und nicht um irgendwelche touristische Infrastruktur, die vom wesentlichen nur ablenkt“, so Val Hinsperger.
Diese Reduktion auf das wesentliche lässt sich schon bei der Anfahrt erahnen. Die anfänglichen touristischen Hinweistafeln (ein Höhlenforscher mit Grubenlampe) entlang des Highway 17 werden nach und nach rarer und in Eganville selbst ist dann ein bischen Pfadfindermentalität gefragt, um die richtige Abzweigung in die Pampa zu finden. Ein unbefestigter Parkplatz und zwei grob gezimmerte Blockhäuser zeigen dann das Ziel an – die Höhlen im Bonnechere Valley, direkt neben dem Bonnechere River.







