P.E.I.: Die "Gartenprovinz" mit dem roten Boden
Die Landschaft von Prince Edward Island ist trotz einiger unangenehmer baulicher Entwicklungen eine der außergewöhnlichsten Kanadas: sanft abfallende Hügel, unberührte Wälder, rötlich-weiße Sandstrände, Buchten und allgegenwärtig die kräftige rote Erde. Auf dieser Erde gedeihen besonders Kartoffeln gut - die wichtigste Einnahmequelle der Insel. Immer mehr Bedeutung gewinnt auch der Tourismus.
Die halbmondförmige Insel im Atlantik ist mit ihren rund 137 000 Bewohnern und 5.660 km² die kleinste Provinz. An der schmalsten Stelle ist P.E.I. (wie Prince Edward Island meist nur kurz genannt wird) sechs Kilometer breit, an der breitesten 64 Kilometer. Die Hauptstadt Charlottetown ist die einzige Stadt auf der Insel.
Die höchste Erhebung von Prince Edward Island liegt 152 Meter über dem Meeresspiegel. Auf der Insel gibt es zahlreiche, meist kleine Flüsse und Seen. Mit ihren fruchtbaren Böden und ihrem milden Klima eignet sich die Provinz hervorragend für eine gemischte landwirtschaftliche Nutzung. Deshalb erhielt die Insel auch den Beinamen „Gartenprovinz“. Ihr roter Boden ist ebenso berühmt wie ihre Sanddünen und ihre 800 km langen Strände.
Prince Edward Island liegt im St. Lorenz-Golf und ist durch die Northumberland Strait von den anderen Atlantikprovinzen Nova Scotia und New Brunswick getrennt. Seit ziemlich genau zehn Jahren verbindet eine 13 Kilometer lange Brücke P.E.I. mit dem Festland von New Brunswick.
Die ersten Bewohner von P.E.I. benötigten noch keine Brücke. Wahrscheinlich sind Vorfahren der Mi'Kmag-Indianer, vor über 10 000 Jahren über eine Tiefebene gekommen, die heute von der Northumberland Strait bedeckt ist. Sicher ist, dass 2000 Jahre vor der Ankunft der ersten Europäer Mi'Kmag die Insel bewohnten. Sie gaben ihr den Namen „Abegweit“ - frei übersetzt „Wiege der Wellen“. Ihrer Legende nach hat der Große Geist die Insel aus dunklem roten Lehm geformt – in Form eines Halbmondes, den der Große Geist auf den Ozean legte.






